Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!
JAHRESLOSUNG AD 2026
Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!
Offenbarung 21,5
Eine atemberaubende Vision! Ein Blick in Gottes neue Welt. Die lässt uns über die Probleme und Krisen auch unserer Zeit hinausschauen und auf Gottes Möglichkeiten vertrauen, die alles Begreifen übersteigen. Auch damals, als der Seher Johannes diese Vision schaute, war die Welt alles andere als heil. Quer durch die Bibel haben Menschen, die an den Gott Israels glaubten, der ja auch der Gott von uns Christen ist, solch atemberaubende Visionen gehabt – gerade in Zeiten, die ausweglos schienen. Bei Jesaja 43,19 heißt es: „Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht?“ Die Gegenwart der Israeliten im Exil sah anders aus. Verschleppt nach Babylon, keine Hoffnung, keine Zukunft, kein Silberstreif am Horizont. Oder ebenfalls bei Jesaja: Gott spricht: „Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde.“ Wie soll das gehen? Doch tatsächlich, die Israeliten, die im Exil alle Hoffnung aufgegeben hatten, konnte wieder zurück kehren in ihre Heimat. Das hatte keiner erwartet.
Dieses Vertrauen, dass durch Gott in der Krise Neues entstehen kann, ist geradezu ein Markenzeichen jüdisch-christlicher Tradition. Jesus toppt diese Zuversicht, wenn er sagt: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht“ (Johannes 12,24). Manches muss sterben, damit Neues wachsen kann. Mit seinem eigenen Tod und seiner Auferstehung hat Jesus das besiegelt.
So möge uns diese Jahreslosung mit Zuversicht ins neue Jahr gehen und die Herausforderungen mutig angehen lassen.
Claudia Lundbeck
Pfarrerin i.R.
Münster Bad Doberan, Foto: Martin Heider


