Amelungsborn

Amelungsborn

„Nicht wegen menschlicher Leistungen, sondern trotz mannigfachen menschlichen Versagens hat Gott diesen Ort erhalten, damit Menschen hier leben und glauben, mit ihren Zweifeln und Fragen zu ihm kommen können!“

ABT ECKHARD GORKA IN SEINER PREDIGT AM REFORMATIONSFEST 2010


 

Klösterliche Gemeinschaft

Ab 1960 entstand die neue Grundstruktur für ein Kloster auf Zeit. Der Abt leitet gemeinsam mit dem Konvent (sieben Geistliche und ein Jurist) das Kloster. Die weiteren Mitglieder der klösterlichen Gemeinschaft sind die Familiaritas, die Kapitulare, der Ökumenische Frauenkreis, die Kirchenpädagogik und das Team des mittelalterlichen Klostergartens. Alle in den unterschiedlichen Funktionen Genannten arbeiten ehrenamtlich im und für das Kloster. Aber auch die wenigen beruflich Mitarbeitenden in der Kirche und der Tagungsstätte empfinden sich zu Recht durch ihre hohe Verbundenheit ebenso als Glieder der Gemeinschaft wie zahlreiche Menschen aus der näheren und ferneren Umgebung und aus den Klostergemeinden. Kirchenvorstände, Chöre, Aufsichtsräte, Arbeitskreise und Gemeindegruppen, Einkehrgäste und auch Pilger haben das Kloster für sich als Ort mit intensiver geistlicher Ausstrahlung entdeckt, den sie immer wieder aufsuchen. Das Kloster Amelungsborn liegt auf dem Pilgerweg Volkenroda-Loccum. Die Pilgerwohnung erfreut sich großer Beliebtheit.

Praxis pietatis 

In Amelungsborn wird das stellvertretende Gebet wahrgenommen. In der gelebten Frömmigkeit der klösterlichen Gemeinschaft nehmen die Tagzeitengebete die herausragende Stellung ein. Es sind jene Stundengebete, die im evangelischen Gesangbuch (EG 783-786) zu finden sind. Damit ist auch eine theologisch-programmatische Aussage verbunden: Das Kloster Amelungsborn versteht sich als Teil der Kirche, nicht als ausgesonderter Ort neben der Kirche. Alle Glieder der Gemeinschaft sind durch die gemeinsame Lektüre des Amelungsborner Breviers untereinander und mit dem Kloster verbunden.

Ökumene

Amelungsborn nimmt und gibt Anteil an der Ökumene. Der Abt wird im Schematismus des weltweiten Zisterzienserordens geführt und zum Generalkapitel eingeladen. Das Kloster hält Verbindung zur römisch-katholischen Kirche, zu Zisterzienserklöstern, zu geistlichen Gemeinschaften, zu seinen Tochtergründungen und zur Gemeinschaft Evangelischer Zisterzienser-Erben. Eine besondere Verbindung hält Amelungsborn seit den 1950ger Jahren zu seiner Tochtergründung in Bad Doberan, zu Konvent und Münsterfamilie.

Gründungsgeschichte

Um das Jahr 1129 erreichten Mönche aus Kamp das ihnen von Graf Siegfried von Northeim zu einer Klostergründung gestiftete Gelände westlich von Stadtoldendorf. Privilegien und Schenkungen mehrten schnell den Wohlstand des Klosters. In den Jahren 1145 und 1171 konnten Tochtergründungen vorgenommen werden, In Riddagshausen bei Braunschweig und in Althof/Doberan. 1179 entbrannten neue Kriege und Unruhen in dem gerade christianisierten Land. Während dieser wurde am 10. November 1179 das Kloster verwüstet und alle 78 Einwohner, darunter auch alle Mönche, umgebracht. Die Neuansiedlung durch Amelungsborn erfolgte 1186 in Doberan. 

Abt Eckhard Gorka

Fotos: Max Ciolek, Uwe Hänsel, Helge Meyn-Hellberg, Klaudia Kretschmer und Hartmut Skibbe 

www.kloster-amelungsborn.de