Pfr. i.R. Paul Geißendörfer nach der Übergabe der Kontaktstelle,
                                                im Sept. 2013

Was kann über den gegenwärtigen Stand der Gemeinschaft gesagt werden?

Zusammenfassend
kann über die „Gemeinschaft Evang. Zisterzienser-Erben in Deutschland“ das Folgende gesagt werden

Die "Gemeinschaft Evang. Zisterzienser-Erben in Deutschland“ sieht ihre Aufgabe darin, das reiche spirituelle Erbe
der mittelalterlichen Zisterzienserbewegung im Geiste der lutherischen Reformation neu zu entdecken und für das
Leben der Gemeinden und des einzelnen Christen nutzbar zu machen.“

Die Gemeinschaft hat ihre Wurzeln in den 1980er Jahren in der Evang.-Luth. Kirchengemeinde Heilsbronn. Sie
wurde damals auch angeregt vom VELKD-Projekt „Kirchen erzählen vom Glauben“. Die Gemeinden sollten ihre
Kirche kennenlernen. Die Sprache des Glaubens, die aus dem Bauwerk und seinen Einrichtungsgegenständen
spricht, soll gehört werden und befähigen, andern davon zu erzählen. Dies führte im Münster Heilsbronn als
ehemalige Abteikirche des Zisterzienserordens zur „"Gemeinschaft Evangelischer Zisterzienser-Erben in
Deutschland".

Die Gemeinschaft versteht sich seit 1992 als eine Geistliche Gemeinschaft innerhalb der verfassten Kirche. Ihre
kirchliche und theologische Prägung ist in der „Loccumer Erklärung 2005 über die Gemeinschaft Evang.
Zisterzienser-Erben in Deutschland“ beschrieben.

Die Arbeit in der Gemeinschaft geschieht ehrenamtlich. Sie verzichtet auf einen Vereinsstatus, sie arbeitet
kosten- und zeitsparend. Eine Mitgliedschaft besteht nicht. Die Gemeinschaft ist offen für jedermann. Ihre
Finanzierung erfolgt durch eine freiwillige Jahresspende. Die Kosten der Jahrestreffen werden durch den
Teilnehmerbeitrag gedeckt.

Die viertägigen Treffen finden jährlich nach Ostern in einem der in Gemeinschaft vertretenen ehemaligen
Zisterzienserklöster statt. Die Teilnehmer kommen aus Kirchengemeinden, gehören allen Berufs- und
Altersgruppen an und wirken wiederum auf sie zurück. Zur lebendigen Spiritualität der Treffen gehören die
Tagzeitengebete, sie werden vom Konvent und der Familiaritas des Klosters Amelungsborn verantwortet.

Die Gemeinschaft sieht sich in den evangelischen Kirchengemeinden, Klöstern, Konventen und Kommunitäten
mit zisterziensischer Herkunft in Deutschland und darüber hinaus beheimatet. Die Kirchengemeinden werden
durch sie zur Besinnung auf ihre reiche geistliche Vergangenheit angeregt. Dies bestätigen die Drei-Minuten-
Berichte bei den Jahrestreffen.

Ihre Arbeit hat zu einer flächendeckenden Vernetzung ehemaliger Zisterzienserklöster in ganz Deutschland
geführt. Die Gemeinschaft trägt zu einer "innerprotestantischen Ökumene" zwischen lutherisch, reformiert und
uniert geprägten Landeskirchen bei. Sie fördert die Verständigung zwischen Kirchengemeinden in den alten und
neuen Bundesländern und wirkt auf das Vorankommen der Neuordnung in der Evangelischen Kirche in
Deutschland (EKD) positiv ein.

Der Zisterzienserorden gilt als ein europäischer Orden. Mit ihm versteht sich die Gemeinschaft auch als
Wegbereiterin für ein neues Europa und ist bemüht, die ursprünglichen und geistlichen Wurzeln zu entdecken.
Zisterzienserklöster sind häufig Stationen auf den europäischen Pilgerwegen.

Die Gemeinschaft sucht nach den Quellen zisterziensischer Spiritualität und deren Einflüsse auf die Kirche der
Reformation. Sie weckt das Interesse und Verständnis für die neuen kommunitären Entwicklungen in der Kirche
und fördert die Aufgeschlossenheit an der klösterlichen Tradition und Kultur in den Kirchengemeinden.

Die Jahrestreffen zeichnen sich durch einen gegenseitigen Erfahrungsaustausch in einer zeitgemäßen
Erschließung des reformatorischen und zisterziensischen Erbes mit Gästen aus dem Zisterzienserorden aus. Das
Gespräch mit dem Zisterzienserorden stiftet eine lebendige Vertiefung zwischen evangelischer und
zisterziensischer Spiritualität. Sie ist „eine der ehrlichsten ökumenischen Bemühungen. Sie lässt Verständnis und
Respekt für einander wachsen, ohne den Partner der christlichen Schwesterkirche auf seine Seite ziehen zu
wollen.“ Prof. P. Dr. Karl Wallner spricht von einem „kleinen ökumenischen Wunder“.

Die Gemeinschaft pflegt den Dialog mit dem für die Evangelischen Kommunitäten und Geistlichen
Gemeinschaften Beauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland (s. EKD Texte 88) und nimmt am
„Treffen Geistlicher Gemeinschaften in Deutschland“ (TGG) teil. Im EKD-Impulspapier 2006 sieht die
Gemeinschaft ihren Platz unter dem Begriff „Kommunitäten und klosterähnliche Gemeinschaften“.

Jörg Neijenhuis kommt zu dem Ergebnis:

„Die Evangelischen Zisterzienser-Erben in Deutschland sind eine Gemeinschaft, die auf Zeit zu einem geistlichen
und geistigen Leben zusammenkommt. Die Teilnehmenden leben aus der Liturgie, lassen sich davon prägen und
gehen im Glauben gestärkt in ihre Gemeinden. So können sich für die Zisterzienserkirchen und ihre Gemeinden
Impulse für das dortige Gemeindeleben ergeben. Das geistliche Leben zeigt sich im Feiern der Tagzeitengebete
und des Gottesdienstes. Das geistige Leben zeigt sich durch Vorträge und Diskussionen, durch Mitteilungen über
Aktivitäten an den geerbten Zisterzienserkirchen und durch Gespräche, die sich mit dem Erbe und seiner
gegenwärtigen Bedeutung auseinandersetzen. Diese Gemeinschaft schöpft aus den Quellen, die durch ihre
Kirchengemeinden im Zisterziensererbe wie ein großer Strom zufließen. Die einzelnen Quellen dieses Stroms sind
die reformatorische Tradition, die sich auf die Bibel, die altkirchlichen und reformatorischen Bekenntnisse beruft,
das Aufspüren der zisterziensischen Einflüsse auf die reformatorische Theologie, das überkommene
Zisterziensererbe in Gestalt einer Zisterzienserkirche oder von Resten einer zisterziensischen Klosteranlage, die
damit gegebene Frage nach der Gestaltung einer angemessenen Ökumene. Aus all diesen Quellen wird geschöpft,
um geistliches Leben in der Gegenwart zu gestalten.“
W*= www.evangelische-zisterzienser-erben.de <http://www.evangelische-zisterzienser-erben.de>.




Beiträge über die "Gemeinschaft Evang. Zisterzienser-Erben in Deutschland" liegen vor:

Paul Geißendörfer/Horst Hirschler „Die Gemeinschaft Evang. Zisterzienser-Erben in Deutschland. Ihr Werden, ihre
theologische und kirchlich Prägung“, 134 S., 2003 (vergriffen)

Paul Geißendörfer „Offene Türen - offene Herzen“, 25 Jahre Gemeinschaft Evang. Zisterzienser-Erben in
Deutschland“, 92 S., 2006 (Altabt Ernst Henze Amelungsborn/Bad Salzdetfurth zum 80. Geburtstag), Privatdruck
1.000 Ex.

Paul Geißendörfer, Die "Gemeinschaft Evang. Zisterzienser-Erben in Deutschland", 20 S., 2007 (Altabt Dr. Hans-
Christian Drömann Amelungsborn/Hildesheim zum 75. Geburtstag), 4 Ex. Privatdruck

CistercienserChronik, Forum für Geschichte, Kunst, Literatur und Spiritualität des Mönchtums, Themenheft
„Evangelische Zisterziensererben“, 114. Jahrgang 2007 Heft 3, S. 305-408.

Paul Geißendörfer, Die Jahrestreffen der Gemeinschaft Evang. Zisterzienser-Erben in Deutschland von 1993-2008“
für Landesbischof i.R. D. Horst Hirschler, Abt zu Loccum dokumentiert zum 75. Geburtstag, 4. September 2008,
156 Seiten, Privatdruck

Neijenhuis, Jörg, Aus den Quellen geschöpft. Entstehung, Entwicklung und inhaltliche Orientierung der
"Gemeinschaft Evang. Zisterzienser-Erben in Deutschland", Jahrbuch für Liturgik und Hymnologie, 49. Band, 2010,
S. 9-28 (auch in: www.evangelische-zisterzienser-erben.de <http://www.evangelische-zisterzienser-erben.de/>
Downloads, 18. Jahrestreffen in Volkenroda)
Paul Geißendörfer, Die Gemeinschaft Evangelischer Zisterzienser-Erben in Deutschland. Ein Beitrag für Kirche und
Ökumene. Zum 20. Jahrestreffen im April 2012 in Blankenburg-Michaelstein-Goslar(Harz), A4-Heft, 32 S.
Anne Knauer, Die Gemeinschaft Evangelischer Zisterzienser-Erben in Deutschland - Geschichte und Gegenwart",
Schriftliche Hausarbeit vorgelegt im Rahmen der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien und
Gesamtschulen in Evangelischer Religionslehre, Paderborn, 22. April 2013, Erstgutachter: Prof. Dr. Leutzsch, 143
S., Privatdruck
Paul Geißendörfer (Hrsg.), Kirchen und Klöster der Zisterzienser - das evangelische Erbe in Deutschland,
(Arbeitstitel), ca. 240 S., zahlr. Abb., Format 14 x 21 cm, Herbst 2014, Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg i. Allgäu
Im Internet www.evangelische-zisterzienser-erben.de <http://www.evangelische-zisterzienser-erben.de>
(Informationen, Downloads, Vorträge auf den Jahrestagungen)

                             Paul Geißendörfer, Dahlienstr. 30 a, 91560 Heilsbronn
                             E-Mail: Geissendoerfer-Heilsbronn@t-online.de
                                                            17.01.2014
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