Løgumkloster
bei Tondern/Dänemark
Dieses freigegebene Bild wurde dem Internet entnommen unter folgender Adresse:

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Logumkloster_Kirche.jpg&filetimestamp=20060418194020

Dort können auch die Nutzungsbedingungen eingesehen werden.

Auch der nachfolgende Text ist Wikipedia auszugsweise entnommen:

Der Ort hat seinen Ursprung im Kloster der Zisterzienser, das 1193 von Seem hierher verlegt
worden war. Durch Schenkungen erlangte das Kloster bald erheblichen Besitz und war bald
nach den Bischöfen von Schleswig und Ripen (Ribe) sowie dem Schleswiger Domkapitel
die reichste geistliche Stiftung im Herzogtum Schleswig.
Die Klosterkirche gilt neben der von Sorø als schönste des dänischen Mittelalters.
Bald nach der Reformation wurde das Kloster aufgehoben.
Durch die Landesteilung von 1544 kam das Areal in den Besitz des Herzogs Johanns des
Älteren, 1581 schließlich an Gottorf. Da der Flecken inzwischen stark angewachsen war,
blieb die Klosterkirche erhalten und wurde nun zur Pfarrkirche für den südlichen Teil des
bisherigen sehr großen Kirchspiel Norderlügum.
Die Besitzungen des Klosters wurden in ein weltliches Amt umgewandelt,
das wegen seiner geringen Größe bald den Amtmann mit dem Amt Apenrade teilen musste.
Sitz der Amtsverwaltung wurde das an die Klosterkirche angebaute „Schloss“.


                                   DK-Løgumkloster/Lügumkloster

Geschichte
Das Kloster Løgum (deutsch: Lügum, in der Klosterzeit locus dei, lat. „Gottes Ort“) in Dänemark
liegt 20 km von der deutsch-dänischen Grenze im nördlichen Teil des ehemaligen Herzogtums
Schleswig. Das Herzogtum war früher ein Lehen des dänischen Königs und entwickelte sich seit
dem Mittelalter zu einer relativ selbstständigen politischen Einheit mit dem Herzogtum Holstein,
das ein deutsches Lehen war. Nach einem Krieg wurden die Herzogtümer 1864 an Preußen und
Österreich abgegeben und 1867 in Preußen eingegliedert.
Seit einer Volksabstimmung 1920 gehört Nordschleswig zu Dänemark.

Im Gegensatz zu den meisten Zisterzienserklöstern im mittelalterlichen Dänemark gehört das
Kloster Løgum zur Cîteaux-Linie. Das Gründingsdatum ist unsicher. Laut neuester Forschung
wurde das Kloster vermutlich spätestens 1171 gegründet. Auf Initiative des Bischofs Radulf von
Ribe (deutsch: Ripen) übernahmen Mönche aus dem Zisterzienserkloster Herrevad bei Helsingborg
(heute in Schweden, Mutterklos­ter: Cîteaux) frühestens 1162 und spätes­tens vor dem Tode Radulfs
1171 das bisherige Benediktinerkloster von Seem bei Ribe. Von dort ließ Radulf die Mönche
weiter nach Løgumkloster übersiedeln. Der 28. November 1173 wird in der örtlichen Tradition
oft als Gründungsdatum angesehen. Man hat vermutet, dass die Zahl der Mönche in Løgum
um 1400 ungefähr 20 war. Der Besitz umfasste kurz vor 1530 etwa 200 Höfe, vier Pfarrkirchen,
drei Wassermühlen und Häuser in den Städten.

Im Zuge der Reformation, die 1542 in Schleswig offiziell stattfand, wurde das Klos­tergut
säkularisiert. Die Mönche blieben bis 1553 oder kurz danach im Kloster. Das Gut wurde als
landwirtschaftlicher Betrieb bis etwa 1800 weitergeführt. Die Klos­tergebäude und ein großer
Neubau (vermutlich zwischen 1581 und 1586 errichtet) dienten als fürstliches Schloss und
regionales Verwaltungszentrum, wobei die Herrschaft zwischen dem dänischen König und den
Herzögen wechselte. Kirche und weite Teile der Anlage blieben erhalten; im 20. Jahrhundert
wurden mehrere große Restaurierungen durchgeführt. Die letzte umfassende Restaurierung
hat 2014-15 stattgefunden.

Sehenswert
Erhalten sind die Kirche (erbaut etwa 1225-1325), zwei Drittel des Ostflügels (um 1250) und
das nachreformatorische Gebäude („das Schloss“). Die Klosterkirche ist einer der besterhaltenen
mittelalterlichen Backsteinbauten des Zisterzienserordens im Ost- und Nordseeraum.
Bemerkenswert sind das einzigartige Eingangsportal mit Todestür, ein Reliquienschrank, der
Zelebrantenstuhl und ein Kruzifix von etwa 1325 (ursprünglich über dem Laienbrüderchor),
ferner zwei Mönchs­gestühle von 1500-1525. Kapitelsaal und Kreuzgang sind wiederhergestellt.
Zu besichtigen ist auch eine historische mittelalterliche Heizunganlage (Hypocaust) sowie das
Dormitorium mit dem modernen Kruzifix „Der gekreuzigte Mensch“.

Lügumkloster heute
Die mittelalterliche Klosteranlage gehört der örtlichen Gemeinde innerhalb der evangelisch-
lutherischen Volkskirche von Dänemark. Die Kirche ist ständig in gottesdienstlicher Nutzung,
auch vonseiten der deutschen Minderheit.
Als hervorragendes Zeugnis zisterziensischer Spiritualität ist die Kirche in moderner Zeit der
anregende Mittelpunkt im Aufbau kirchlich-kultureller Einrichtungen geworden: Refugium mit
Gästehaus und Tagungen, Ausbildungs- und Wissenszentrum der evangelisch-lutherischen
Volkskirche, Kirchenmusikschule, das größte Carillon Skandinaviens mit Ausbildung von
Carillonneurs, Kunstmuseum.
Das Kloster Løgum ist ein Hauptziel auf dem Dänischen Klosterweg („Den Danske Klosterrute“),
einer Touristen- und Pilgerwanderroute zwischen etwa 50 dänischen Klosterstätten.

Literatur
Olga Bartholdy: Munkeliv i Løgum Kloster, 3. Ausgabe, Løgumkloster 2006 (Separate deutsche
Zusammenfassung der ersten Ausgabe dieses Buches: Olga Bartholdy: Mönchsleben im Kloster
Lögum, Resumé, Løgumkloster 1974
Niels T. Sterum: Løgumkloster, slot og by, ’Pionerer i ødemarken’,
Bd. 1-2 (m. engl. Zusammenfassung), Haderslev 2010
Jens Kristian Krarup: Kloster Lügum.
Lebendiges Kulturerbe, Løgumkloster 2015
Jens Kristian Krarup


Eine der besterhaltenen mittelalterlichen Backsteinkirchen des Zisterzienserordens
im Nord- und Ostseeraum:

Løgumkloster Kirke
Slotsgade 11
DK-6240 Løgumkloster
Tel.: +45 (0) 74/74 52 40
E-Mail: locusdei@gmail.com
www.loegumkloster-kirke.dk

Zisterzienserkloster ca. 1171 bis 1542

Öffnungszeiten
Werktags 10:00-17:30, Sonn- und Feiertage 12:00-17:00

Gottesdienste
Dänisch: So 10:00, Feiertage normalerweise 10:00, Vesper werktags 17:30, mittwochs mit
Abendmahl
Deutsch: Erster Sonntag im Monat 14:00, Feiertage s. Webseite der Kirche

Führungen auf deutsch
1-1,1/2 Stunden. Løgumkloster Guideverein, Tel.: +45 (0) 22/82 04 77
E-Mail: noerby@c.dk. http://loegumkloster.dk/index.php/guidede-ture.
Kosten: 300-1100 dKr, je nach Größe der Gruppe

„Den Danske Klosterrute“ („Der Dänische Klosterweg“): www.klosterruten.dk






Der nachfolgende Text wurde mit freundlicher Genehmigung
des Herausgebers Paul Geißendörfer und
des Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg im Allgäu
dem im Jahre 2015 erschienenen Buch entnommen:

Kirchen und Klöster der Zisterzienser
Das evangelische Erbe in ökumenischer Nachbarschaft
in Deutschland, Österreich und der Schweiz
ISBN 978-3-89870-820-3
zur Website des Klosters:
https://kirche.dk/ng/kirchen/hoyerluegumkloster/luegumkloster/
Zurück zur Auswahl
 
Flyer zum Buch   als pdf-Datei herunterladen
Dies ist der Ort des Jahrestreffens 2016