24. Jahrestreffen in Løgumkloster

Sonntag bis Mittwoch  -  vom 17.04.-20.04.2016
wpe1.jpg (77855 Byte)
zurück zur Auswahl
nach oben
zur Seite von Løgumkloster
zur Seite von Løgumkloster

Noch mal zurück auf die Einladungs-Seite?

So schnell schon wieder vorbei,
aber den Teilnehmern lange im Gedächtnis!

Hier kommt das erste Foto,  danke!
oder lieber doppelt so groß ? 1800x1350 px

Beiträge - bitte anklicken:
Prof. Harbsmeier: Gottes Unveränderlichkeit
Prof. Harbsmeier: Luther und der rote König
Fotos von Albrecht Keller
Fotos von Ursula Stöffler
Baumpflanzungsrede von Jürgen Otten
Bericht von Peter Holtz im Newsletter Doberan
(ggf. weitere Beiträge)
Wie Sie sehen, ist die Seite noch im Aufbau,
wir bitten um etwas Geduld!

Bericht vom 24. Jahrestreffen der „Gemeinschaft Evangelische Zisterzienser-Erben“
vom 17. bis 20. April 2016 in Løgumkloster/ Dänemark.

Das 24. Jahrestreffen hat die Teilnehmer nach der 19. Tagung in Kappel/ Schweiz wieder ins Ausland geführt:
diesmal gen Norden, nach Løgumkloster, 20 km nördlich der heutigen deutsch-dänischen Grenze.
Løgumkloster, der „Ort Gottes“  (locus Dei) wurde gegründet  spätestens im Jahr 1173 von Zisterziensermönchen aus
Kloster Herrevad/ Schweden, einer Filiation Cîteaux´.

Heute befindet sich in Løgumkloster das Zentrum der Dänischen Volkskirche: mit  Refugium,  Heimvolkshochschule,
Pädagogisch-theologischem Institut, Pastoralkolleg, Kirchenmusikschule. Es ist Ausbildungs- und Wissenszentrum.

Die in den Jahren 2014 und ´15 restaurierte Kirche wird heute genutzt von  Mitarbeitern und Gästen der Institute
und der zweisprachigen örtlichen Kirchengemeinde.

Sie vermittelte gleich einen Eindruck der dänischen Gemütlichkeit. Gut geheizt war sie tatsächlich ein Schutz
vor dänischem Wind und feuchtkaltem Wetter, ein Refugium, in das man gerne einzog nach dem Gang vom
Tagungshaus herüber. 
Gut haben die Tagungsgäste zusammengefunden zu den Stundengebeten Mette, Mittagsgebet, Vesper und Komplet.
Die hilfreiche Einführung in das Tagzeitengebet von Pfarrer Oliver Peters, Familiare des Klosters Amelungsborn,
ließ schnell wieder Vertrautheit entstehen und vertiefte die Konzentration auf das Gebet.
Wie im vergangenen Jahr waren Mitglieder des Leitungskreises und weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der
Gestaltung der Gebetszeiten miteinbezogen, die Vorbereitung lag wieder in den Händen von Kloster Amelungsborn.
Prior i.R. Christian Klatt  hat die Aufgabe von Altabt Hans-Christian Drömann übernommen.
Wir sind dankbar für die Kontinuität  einer lange bewährten Ordnung

Der zweisprachige Eröffnungsgottesdienst  mit Feier des Heiligen Abendmahls gab einen Eindruck des südjütländischen
Gemeindelebens mit viel Sangesfreude. Bischof Elof Vestergaard, Ribe, predigte in deutscher Sprache über Johannes
14,1-11  und lud anschließend zum Empfang der Dänischen Kirche in das Dormitorium ein. Grußworte des Bischofs
und des Bürgermeisters und schriftliche Grüße derer, die aus  unterschiedlichen Gründen nicht dabei sein konnten,
wurden überbracht. So ist  vor allem zu bedauern, dass Paul Geissendörfer  mit seiner Gattin aus gesundheitlichen
Gründen nicht dabei sein konnte, der weite Weg zu beschwerlich geworden war,  ebenso das Ehepaar Drömann.
Die Grüße der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an die Fehlenden wurden  in gemeinsamen Schreiben übermittelt.

Rektor em. Jens Kristian Krarup, dänischer Zisterzienserkenner und Mitbegründer des „Dänischen Klosterwegs“,
führte am nächsten Morgen in die Geschichte Løgumklosters ein,  unterstützt durch einen filmischen Beitrag von
Frau Dr. Gertrud Iversen. Darauf aufbauend konnten am Nachmittag Entdeckungen vor Ort in Schloss, Museum und
Klosterkirche gemacht werden. Das traditionelle Apfelbäumchen, eine graue französische Renette, wurde beim
Durchgang zum Refugium gepflanzt, begleitet von einer Rede von Jürgen Otten, Kloster Amelungsborn, und dem
Gesang der Gäste.

Das Schwerpunktthema der Tagung - der dänische Theologe Søren Kierkegaard - wurde eingeführt von
Rektor em. Prof. Dr. Eberhard Harbsmeier, einem ausgewiesenen Kierkegaard-Kenner.
Seine lebendige Art vorzutragen machte das Zuhören leicht und verschaffte gute Zugänge, zunächst im Vortrag über
„Das Gebet und die Unveränderlichkeit Gottes“, am Abend dann bei einer musikalischen Lesung in der Klosterkirche
mit Texten Kierkegaards über die Liebe, begleitet von Christina Meissner, die den Kirchenraum mit dem Violoncello
mit klaren wohltuenden Klängen erfüllte.

Die Frage nach der Reformation in Dänemark  und der Entstehung der Dänischen Volkskirche fehlte nicht.
In ihrem Vortrag „Wittenberg und Dänemark“ gaben Prof. Harbsmeier und Dr. Sven Hårløv einen Abriss
der Geschehnisse und Verbindungen nach Wittenberg, machten Unterschiede deutlich zu den Entwicklungen in den
deutschen Gebieten, stellten Bugenhagen als den wichtigen Reformations-Theologen für Dänemark vor.

Das 30 km entfernte Ribe, älteste Stadt Dänemarks und Bischofsstadt, war Ziel des nachmittäglichen Ausflugs.
Die Dompfarrerin Signe von Oettingen erwartete uns zur Führung im restaurierten Dom mit neu gestaltetem
Chorraum,
Domorganistin Birgitte Ebert  spielte auf der viermanualigen Orgel drei Werke aus verschiedenen Jahrhunderten,
bevor sich die Teilnehmer auf den Weg machten zur Erkundung der Reformationsausstellung auf der Empore,
zur Plattform des Dom-Turmes mit grandiosem Rundblick, zu den historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt oder
den dänischen Cafés und Konditoreien.

Einblick in ihre Arbeit vor Ort gaben mehrere Teilnehmer in den Drei-Minuten-Berichten.

Neben allen herzlichen und offenen Begegnungen kam die ökumenische Verbundenheit zum  Ausdruck im Bericht
über die weltweiten Entwicklungen im Zisterzienserorden von P. Dr. Meinrad Tomann OCist.
Großes Wachstum ist zu berichten von Asien, vor allem Vietnam.
Pater Meinrad, der fast ohne Unterbrechung bei den Jahrestagungen dabei sein konnte, ist nach 20 Jahren im Amt des
Generalprokurators in Rom in sein Heimatkloster Stift Heiligenkreuz bei Wien zurückgekehrt.
Der auch dort wachsende Konvent lässt an die Gründung eines neuen Klosters im Osten Deutschlands denken.
Mit Pater Kilian Müller OCist, der einen kurzen Einblick in seine derzeitigen Aufgaben gab, meldete sich ein weiteres
Ordensmitglied zu Wort.

Ausführlicher berichtete Abt D. Horst Hirschler vom Generalkapitel des Zisterzienserordens im September 2015
in Rom, bei dem er unsere Gemeinschaft vertreten hat.
Die guten Begegnungen bei diesem Anlass fanden ihren Niederschlag in einem Schreiben des Generalabtes O.Cist,
Fr. Mauro-Guiseppe Lepori an Axel Lundbeck, Leiter der Geschäftsstelle:
„Der Zisterzienserorden schätzt die freundschaftlichen Beziehungen  zur Gemeinschaft der evangelischen
Zisterzienser-Erben in Deutschland sehr… Dankbar sind wir vor allem für Ihr Gebet zum Heiligen Geist;
ER soll unsere Herzen begeistern und unser Nachdenken und Handeln führen „zum Wohle des Ordens und zur
Ausbreitung des Evangeliums in der Welt“… .“

Das Treffen endete am Mittwoch mit Morgengebet und Reisesegen - mit zum Ausdruck gebrachtem Bedauern,
dass die Tage offener Türen und Herzen allzu schnell vergangen waren, und mit dem Blick auf das
25. Jahrestreffen vom 23.-26.04.2017 in Heilsbronn, zu dem Prior Christian Schmidt auch im Auftrag des
Gemeindepfarrers Dr. Ulrich Schindler herzlich einlud.

Pfarrerin Brigitte Fried, Leitungskreis, 30.April 2016